Virtuelles Museum Sheki Aserbaidschan

Design  Peter Voßwinkel  Nina Vusatiuk

Axonometrie Museum Sheki

Park um das Verwaltungs- und Kulturzentrum Sheki

Das am Fuße des südlichen Kakasus Gebirge liegende Gelände fügt sich in einer interessanten Art und Weise in das Gelände ein. Zur einen Seite das imposante Gebirge, zur anderen der große und sehr weite Fluss.

 

Dieses Zwischenspiel von Wasser und Gebirge spiegelt das Außengelände vom Kulturzentrum wider. Wie Bänder fügen sich die unterschiedlichen Nutzungsbereiche in das Gelände ein und ergeben somit ein interessantes Gefüge zwischen den beiden Naturgewalten Berg und Fluss. Diese werden auch in den Nutzungen der Bänder selbst wieder aufgenommen. So spielen etwa die Elemente Stein und Wasser, eine große Rolle. Hinzu kommt der kulturelle Aspekt des Menschen, welcher die Anlage nutzt. Dieser wird durch die künstlichen Elemente in der Anlage hervorgehoben. So zeigen etwa die Fontänenfelder und künstlichen Wasserbecken, dass der Mensch im Vordergrund des Geschehens steht und keine Scheu haben sollte das Gelände zu Nutzen.

 

Das Gelände teilt sich in folgende „Bänder“ auf:

1. - Der See: 

Der künstliche angelegte See ist im südlichsten Teil des Geländes angesiedelt. Schon von der Straße aus ist dieser zu sehen und lässt einen ersten Eindruck von den zu erwartenden Spektakeln auf dem Gelände entstehen. Zusätzlich bildet er das größe verbindende Stück zu dem Fluss und trennt das Gebiet von der Hauptstraße. Hier finden sich gleich drei große Highlights: Zum einen eine etwa 30 m hohe Wasserfontäne, welche in einer freien Sichtachse zu dem Platz liegt. Dazu kommt ein ca. 5,40 m hoher Wasserfall, welcher zum staunen und verweilen einlädt. Dies wird vor allem durch die am Wasser gelegene Terrasse und den sich aus dem Weg gabelnden Platz gewährleistet, auf denen Sitzmöglichkeiten vorhanden sind. Der See ist zusätzlich zu dem Wasserfall noch mit weiteren Abtreppungen, mit je ca. 1,50 m Fallhöhe, ausgestattet. Dies gewährleistet, dass die zum Platz führende Allee an den See anschließt und vorbeilaufende oder -fahrende Personen sich auch von hier aus an der Aussicht ergötzen können. Direkt an der Ecke der Zufahrt entsteht eine Mauer, welche als Eingangs- und Willkommensgruß dient. Trotz des abgetreppten Sees, sind die an diesem entlangführenden Wege mit einer steten Steigung von ca. 3% versehen. Dadurch entstehen interessante Perspektiven auf die Wasserfläche. So unter anderem ensteht auch die dritte große Sensation am Band „See“: Wenn der Besucher an dem Wasserfall richtung Terrasse vorbeiläuft, klüftet sich rechts von ihm zunächst eine etwa 3,20 m hohe Wand auf. Diese jedoch ist mit Glas versehen und lässt somit einen einmaligen Einblick in die Unterwasserwelt des Sees zu. In diesem „Aquarium“ finden sich sowohl interessante Fische und Tiere wieder, als auch eine spektakuläre Pflanzenwelt. Optional könnte in diesem Bereich auch ein Gewölbegang entstehen, welcher dem Besucher das einzigartige Gefühl vermitteln würde, inmitten einer Unterwasserwelt zu stehen und hautnah dabei zu sein.

2. - die Bergkette: 

Eine große Besonderheit im Kakasus ist die enorme Vielfalt von endemischen Pflanzenarten. Diese haben sich so weit spezialisiert, dass sie auch an in vielen anderen Regionen untypischen Stellen wachsen können. So z.B. auch an den Nordhängen von Gebirgen. Das Band „Bergkette“ symbolisiert diese Besonderheit und ist nur auf der zum Norden ausgerichteten Seite begrünt. Zusätzlich zeigt dies noch einmal die Verbundenheit von Gebirge und Wasser auf.

 

3. - der Steingarten: 

Das wie auch schon in der Bergkette vorkommende Element der besonderen Flora im Kaukasus, findet sich auch hier wieder. Wer glaubte, dass ein Steingarten langweilig und Artenarm sein muss, hat sich geirrt. Das vom osten zum Westen abgetreppte Gebiet, lädt zum staunen und verweilen ein. Es ist zwischen zwei Wegen gelegen und lädt somit auch zum Überwinden und überqueren des Steingartens ein.

 

4. - das Waldband: 

Auch hier wird die Artenreiche und besondere Flora Aserbaidschans wieder Thematisiert; unterschiedliche Gehölze mit vielen unterschiedlichen Eigenschaften können hier entdeckt und Bestaunt werden. So findet man hier sowohl Blüten als auch Blätter, welche bis zu 50cm breit werden können, als auch besondere Herbstfärbungen und andere Aspekte wie Frucht etc.. Durch den vielen Schatten den die Bäume spenden, laden die Lichtungen zum verweilen und ausruhen nach einem langen und aufregendem Spaziergang ein. So ist hier z.B. der ideale Ort um bei einem Picknick eine Mittagsruhe einzulegen und seine müden Beine für einen Moment auszuruhen.

 

5. - das Spiel- & Sport- Band: 

Während die einen sich Ausruhen, können die aktiven Besucher derweil schon einmal die Angebote auf dem Spiel- und Sport- Band nutzen. Wer sich noch nicht richtig ausgepowert hat, kommt hier definitiv auf seine Kosten. So kann hier balanciert, geklettert, gehüpft, gespritzt und vieles mehr, werden. Diese Aktivitäten sind in den einzelnen Aktivitätsfeldern angesiedelt, welche sich wie Zahnräder in das Band einfügen. So sind hier mini-Fontänenfelder zu finden, sowie Kletterangebote und in den Boden integrierte Hüpffelder. (Nutzungen natürlich optional) Die zwischen den Aktivitätsfeldern gelegenen Grünflächen können zum rumturnen, Ball spielen o.ä. Genutzt werden.

6. - das Wasserband: 

Generell durchlaufen wir mit den Bändern einen immer stärker zunehmenden Grad an „kultureller Entwicklung“. So ist dieses Wasserband eine stärker technisch ausgeprägte Form des Sees. Dementsprechend finden sich hier mehr Wasserfontänen und ähnliche Nutzungen. Eine große Besonderheit hier ist nicht nur das Schauspiel der wechselnden „Fontänen-Shows“, sondern auch das durchwegbare Nebelfeld.

 

Läuft der Besucher die südliche Seite des Wasserbeckens entlang, endet sein Weg an einer von drei Aussichtsplatztformen, bei welcher er den Ausblick auf den Fluss genießen kann und sollte er durstig oder hungrig sein, seine Bedürfnisse im Café befriedigen. Dieses bietet auch eine großzügige Außengastronomie, so dass auch die Umgebung in sich aufgenommen werden kann. So endet hier z.B. auch ein Zweig der großen, vom Plateu hinunterführende, Wassertreppe. Die nördliche Seite des Wasserbands lädt zum verweilen ein und ist gesäumt von zwei großen Plätzen. Einen weniger verdichteten, welcher sich aus dem Weg heraus bildet, und einer großen Terrasse, welcher exklusiver gestaltet ist. Beide bilden den Übergang zu dem großzügigen Platz, welcher den optischen Mittelpunkt des Geländes bildet. Von hier aus ist durch die Blickachse hindurch ein Blick über alle Bänder möglich; so z.B. um sich einen Überblick zu verschaffen, oder auch einfach nur um die Aussicht zu genießen.

Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Gordon Brandenfels landscape + environment